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Logerie

Aktualisiert: Jan 5


Die Präsenz der Stadt Zürich äussert sich derzeit an ihrer zentralsten Stelle zurückhaltend zum Seeuferbereich und ist hauptsächlich mit Hilfe von landschaftlichen Elementen kaschiert. Durch das Anordnen eines markanten Bauwerkes an dieser Stelle, wird der Stadt ein Kopf verliehen. Der Bereich des Bürkliplatzes soll mit Hilfe seiner Uferbefestigung zu einer städtebaulichen Einheit geordnet werden, so dass der Besucher zu dem Platz neben der Bürkliterrasse geleitet wird. Der Bau hängt direkt mit diesem muralem Ordnungselement zusammen und bildet den Auftakt in das Gebiet. Er dient als Orientierungspunkt und lässt zugleich die Stadt zum See vordringen. Die ausgehöhlte Mauerskulptur verbindet die Urbanität der Stadt mit der Landschaftlichkeit des Sees. Massgebend bestimmt der Öffentlichkeitsgedanke die Ausformulierung des Turmes, der den Aussenraum dringt bis zur Hälfte des Turmes nach innen als auch nach oben zur Bar vor. Erst an dieser Stelle, tritt man zur kalten Jahreszeit ins Innenklima und kann die dort angebotene Verkostung bis zur letzten Logenebene geniessen. Das Eindringen des Aussenraums artikuliert sich an Hand der logenartigen, parabolförmigen Nischen. Diese ermöglichen das punktuelle Scharfstellen der Stadt durch spezifische Ausblicke und deren intensivierte Geräuschkulisse.

Für die Umsetzung ist die Verwendung von Stampfbeton vorgesehen. Diese Materialwahl ist die Abstraktion der bereits vor Ort verwendeten Rohstoffe mit der Übersetzung in Architektur. Die reduzierte Materialwahl stärkt den Entwurf und zeigt die feinen Zusammenhänge innerhalb der Gebäudeskulptur. Durch die unterschiedlichen Zuschlagstoffe sowie Oberflächenbehandlungen wird auf die jeweiligen räumlichen Bedürfnisse eingegangen. Im Sockelbereich findet man hydrophobierende Zuschläge, in der Aussenwand dämmende. Nach Aussen hin wird die Stampfbetonoberfläche sehr rau hergestellt, nach innen hin wird die Oberfläche geschliffen und in den Nischen wird sie poliert. Weiterhin der Innenraum wird durch das Einlegen von türkisen Glas Stücken veredelt.

Die natürliche Belichtung erfolgt über den oberen Oculus und die trichterförmigen Öffnungen, die den Treppenraum des nach oben führenden Aufgangs im Scheitelpunkt schneiden und das Licht bis zum inneren Trichterraum vordringen lassen. Die künstliche Belichtung lässt die Rundungen in den Vordergrund treten. Sie erfolgt in den äusseren Nischen aus dem Bodenbereich vor der Brüstung. Die inneren Nischen werden von ihrer Brüstung aus angeleuchtet. Die Glasabgeckung ist in diesem Bereich beschliffen. Die grossen inneren Kuppeln, sowie die Treppenhäuser werden von ihren äusseren Rändern von unten her beleuchtet.

Der Klangkörper mit seinen vielfältigen Aufenthaltsmöglichkeiten lädt die Besucher einerseits ein, Zürich und seinen See aus einer besonderen Sicht zu geniessen. Andererseits bietet sein Innenleben eine kontrastierende Gegenwelt zum Äusseren Pendant.

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